Zuspruch vom Fachmann:

Brief von Prof. Dr. Bernhard M. Spiess, Abteilung für Veterinär-Ophthalmologie, Departement Kleintiere an der Universität Zürich an den Vorsitzenden des MPRV:

Es ist eigentlich schade, dass in Deutschland immer wieder "dissidente" Züchter eigene Clubs gründen müssen, um ihre meist gut gemeinten Anliegen zum Wohle des Hundes in die Tat umsetzen zu können. Offenbar erfahren sie im ursprünglichen Club zu wenig Unterstützung und Rückendeckung durch den VDH.

Es ist aus augenärztlicher Sicht sehr zu begrüßen, dass sich endlich jemand der brachycephalen Rassen annimmt (es gibt noch mehr davon!).

An unserer Klinik bilden diese Hunde den Hauptanteil aller Patienten mit schwerwiegenden Augenveränderungen, v. a. Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut. Es darf doch nicht sein, dass wir bei vielen Vertretern dieser Rassen erst die Lidspalten verkürzen und die Nasenfalten entfernen müssen, damit sie problemlos, d. h. ohne fortschreitende Pigmentierung der Hornhaut und ohne wiederkehrende Geschwürsbildung durchs Leben gehen können.

Daher bin ich sehr froh, wenn Sie in Ihrem Club die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Möpse und Pekingesen wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Meine zugegebenermaßen etwas einseitige und pragmatische Sicht der Dinge würde allerdings im Rassestandard vor allzu prominenten und buschigen Nasenfalten warnen und versuchen, die Nase etwas zu verlängern, sowie die Lidspalte kleiner zu halten.

Es gibt immer wieder solche Exemplare, über die ich mich jedes Mal sehr freue - allerdings kommen sie zumindest in der Schweiz an Ausstellungen schlecht weg.